„Hör auf zu träumen und mach lieber was Richtiges“ – solche „Weisheiten“ haben sich in dein Unterbewusstsein eingeprägt. Geld (um die Materialkosten zu decken), Zeit und Motivation – das sind die drei Dinge, die dir zur Verfügung stehen sollten, damit es mit der Karriere als hauptberufliche:r Künstler:in klappt. Viele Menschen haben so große Angst vor dem Scheitern, dass sie gar nicht erst anfangen.

Freilich sind die Herausforderungen des Alltags auch häufig der Grund, warum der Herzenswunsch nach einer erfüllenden Tätigkeit oft hintenan gestellt wird. Die Kinder oder der zeitintensive Job sind ja auch praktische Ausreden, Herausforderung vor sich herzuschieben. Das muss aufhören. Sonst fragst du dich in 10 Jahren immer noch, wie es gewesen wäre, wenn du es versucht hättest.

Unsere Ängste äußern sich häufig in Gestalt von Verunsicherung, Widerstand, Faulheit, Überforderung oder Demotivation. Abgelenkt durch die Erfolge anderer, halten uns Zweifel davon ab, produktiv zu sein und lähmen unsere Kreativität. Fokus, Struktur und ein klares Ziel vor Augen sind daher nötig um deinen Weg, ohne viele Umwege, gehen zu können. Einen erfolgreichen Künstler und einen Künstler, der nicht erfolgreich ist und aufgibt unterscheiden nicht Talent oder Beziehungen, sondern Selbstvertrauen und die Fähigkeit an sich zu glauben.

Mit meinen 6 Glaubenssätzen für erfolgreiche Künstler:innen hoffe ich, dass sich etwas Grundlegendes an deiner Einstellung zu dir selbst und zu deiner Kunst ändert. Das richtige Mindset ist die wichtigste Voraussetzung, um dir ein profitables Kunst-Business aufzubauen!

Erkenne deine Stärken und besiege die Angst (Magdalena Griesner)

1. Du bist als Künstler:in gut genug

Ich habe am Anfang der Selbstständigkeit als freischaffende Texterin viele schlecht bezahlte Aufträge angenommen, um mich über Wasser zu halten. Wenn ich heute und damit 2,5 Jahre später zurückblicke, weiß ich, dass ich mich viel zu oft unter Wert verkauft habe. Und doch stehe ich zu meinen Fehlern und bin froh, dass ich mutig war und so viel ausprobiert habe. Dadurch habe ich erst herausgefunden, worüber ich schreiben möchte, was mir Spaß macht und worin ich gut bin.

Darum rate ich auch dir: Probiere neue, unbekannte Dinge aus, mache Fehler und lerne daraus! Das Wichtigste ist, dass du ins Tun kommst. Damit ist auch das Verlassen deiner Komfortzone verbunden. Du musst Fehler machen, denn sonst kommst du nicht voran. Wenn du diesen Weg nicht gehst, wirst du nie herausfinden, was dir liegt und was nicht, was deine Nische ist und welche Zielgruppe du damit ansprechen möchtest. Mach dir bewusst, was gut und was schlecht gelaufen ist. Finde deinen Weg und gehe ihn. Lass dich nicht von Zweifeln aufhalten. Das ist die größte Hürde für dich, wenn du gut von deiner Kunst leben möchtest. Genau so wie jeder andere Unternehmer, der hart arbeitet und seiner Leidenschaft nachgeht, hast du ein Recht darauf, gut von deiner Kunst zu leben – vorausgesetzt du stehst dir selbst nicht im Weg.

2. Deine Kunst ist nicht perfekt und das ist gut so

Ein Genie wie Mozart oder Picasso wurde kein zweites Mal geboren. Hochwertige Kunst hat es trotzdem zu jeder Zeit gegeben. Und doch blieben zu viele Werke unvollendet, was zeigt, dass das Schaffen von Kunst so manch eine Hürde mit sich bringt. Als Maler, Bildhauer oder Fotograf schaffst du etwas aus eigener Intuition heraus – meist ohne konkreten Auftrag und ohne vorgegebene Strukturen. 

Da sind Zweifel wie diese vorprogrammiert:

  • ich bin kein richtiger Künstler, ich habe keine künstlerische Ausbildung
  • hinter meiner Kunst steckt keine tiefere Bedeutung
  • andere Künstler:innen sind besser als ich
  • ich bin NUR ein Student, eine Mutter, ein Hobby-Maler
  • ich habe nie eine echte Ausstellung gehabt
  • Bin ich überhaupt gut genug?
  • Werden die Leute mein Werk verstehen?

Wenn du mal wieder darüber nachdenkst, ob deine Schreibe gut genug für einen Blogartikel ist oder ob du schon bereit dafür bist, dich auf Social Media zu zeigen, dann denk einfach mal weniger an dich und mehr an deine Kunden. Du möchtest schließlich Mehrwert für Kunstinteressenten kreieren. Das kann dir nur gelingen, indem du durch Marketing auf dich und deine Kunst aufmerksam machst. Irgendwo da draußen wartet jemand darauf, seine Wohnung mit deinen Bildern zu verschönern – doch du zögerst, weil du denkst, nicht gut genug zu sein? Come on, really!?

3. Hör auf mit den Ausreden

Ich würde gerne hauptberuflich Künstler:in sein ABER

  • mir fehlt die Zeit zum Malen
  • meine Eltern konnten mir das Kunststudium nicht finanzieren
  • andere haben bessere Connections als ich
  • ich kann mich selbst nicht gut vermarkten
  • und und und

STOPP! Du weißt selbst, dass das Ausreden sind, weil du vor irgendetwas Angst hast.

Kunst ist keine von Gott gegebene Gabe, sondern ein Handwerk, das erlernt werden kann. Kunst zu schaffen bedeutet ein einzigartiges Werk zu kreieren und dadurch deiner Stimme Ausdruck zu verleihen. Die wenigsten Künstler:innen sind von Anfang an gleich erfolgreich und gefragt, sondern müssen hart arbeiten, bis sie schließlich ihren eigenen einzigartigen Stil entwickeln und damit Erfolg haben. Das dauert oft mehrere Jahre. Dieser Prozess ist eine unentbehrliche Phase in deiner Karriere. Darum ist es wichtig, dass du produktiv bist, sichtbar wirst und dir von Anfang an Feedback von Leuten einholst die nicht mit dir verwandt oder befreundet sind. Während für den Betrachter nur das endgültige Produkt zählt, wirst du dich immer an den Entstehungsprozess erinnern.

4. Du bist nicht nur Künstlerin, sondern auch Unternehmer:in

Die meisten Künstler:innen nehmen sich nicht als Unternehmer:innen wahr. Und das, obwohl jedes Kunstwerk ein Produkt ist und Künstler:innen eine Dienstleistung erbringen. Du möchtest dich nicht auf Profit ausrichten weil du glaubst dadurch etwas von deiner kreativen Freiheit einzubüßen. Du hast Angst dich durch wirtschaftliches Denken von deiner Kunst zu entfernen. Diesen Vorwand höre ich SEHR oft von Künstler:innen. Und es zeigt, dass das Bild des unantastbaren Künstler-Genies weit verbreitet ist. Klar wird eines Tages ein berühmter Galerist oder Kunst-Agent einfach so auf dich aufmerksam werden, du wirst in einer der größten und renommiertesten Galerien ausstellen und die Leute werden dir deine Bilder nur so aus den Händen reißen… – ein schöner Traum – zu schön um wahr zu sein.

Betrachte dich als Unternehmerin und bezeichne deine Kunst als Business. Jedes Business, egal ab Fotograf:in, Illustratorin oder Bildhauer, muss Marketing betreiben, um der Welt zu signalisieren – „Mich gibt es und ihr könnt meine genialen Produkte kaufen“.

5. Du bestimmst den Preis deiner Kunstwerke

Du bist kein schlechter Mensch, nur weil du deine Kunst verkaufen möchtest, du brauchst dich daher auch nicht so zu fühlen. Marketing wird gerne mit Betrug oder Schwindel in Zusammenhang gebracht. Kein Wunder also, dass sich die Vermarktung einer kreativen Leistung oder eines Kunstwerkes am Anfang irgendwie falsch anfühlt. Fast so als würde man den Käufer über den Tisch ziehen.

Als Bildende:r Künstler:in kennst du bestimmt die merkwürdigen Schuldgefühle, die in dir hochkriechen, wenn dich jemand spontan nach den Preisen deiner Werke fragt. Da ist es mir mit meinen Texten am Anfang ähnlich gegangen. Aber wenn du dir ausrechnest, wie viel du für das Material ausgegeben hast und wie viele Stunden an Arbeit in jedem Einzelnen deiner Werke stecken – so ist es doch mehr als legitim, einen angemessenen Preis dafür zu verlangen. Klein anzufangen bedeutet nicht klein zu denken. Wenn du noch ganz am Anfang stehst und noch kein einziges Bild verkauft hast, wird es dir nicht gelingen, deine Bilder um 40.000 Euro zu verkaufen. Deine Personenmarke muss bekannt werden – so kannst du auch den Preis deiner Werke nach und nach steigern.

6. Hör auf, Kunst und Marketing getrennt voneinander zu betrachten

Wenn du als Künstler:in erfolgreich sein möchtest, musst du dich mit dem Gedanken anfreunden, Selbstvermarktung zu betreiben. Wie du das machst – über die eigene Website, eine Künstler Plattform, Social Media oder durch den direkten Kontakt mit Kunstinteressenten z. B. bei Vernissagen oder Messen – das ist dir überlassen. Prinzipiell gilt – je mehr Touchpoints desto besser.

Jede Kunst hat ihre inhaltlichen Besonderheiten – diese musst du für dich herausfinden. Demnach hat jede Künstlerin ihre eigene Zielgruppe – begib dich auf die Suche nach ihr. Es hat einen Grund, warum du Tiere, Städte, Blumen oder Frauen malst. Setzt dich hin und überlege dir, was dich an diesen Motiven bewegt. Deiner Zielgruppe geht es wahrscheinlich ganz ähnlich. Mit diesem Wissen kannst du gezielt jene Menschen ansprechen, die genau diese Leidenschaft für ein bestimmtes Thema mit dir teilen.

2 Comments

  1. Mahh diese ständigen Selbstzweifel 😉

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