San Sperate – im Künstlerhimmel angelangt

Das Künstlerdorf San Sperate liegt im Norden Sardiniens. Wenn Sie sich für Kunst begeistern und insbesondere an Straßenkunst Gefallen finden, ist ein Besuch in diesem entzückenden Kleinod der Kunst ein MUSS! Pinuccio Sciola kehrte nach dem Kunststudium in sein Heimatdorf San Sperate zurück und beschloss kurzerhand dieses in ein Freilichtmuseum zu verwandeln. Er lud Freunde und Künstler dazu ein, mit ihm die Mauern der Stadt zu bemalen, was in den 70er Jahren zu einem großen Sturm der Begeisterung führte. Noch heute kann man hier über 260 bemalte Hauswände bestaunen. Durch verlassene Gassen, vorbei an alten Häusern mit bunten Wandmalereien, finden wir schließlich Pinuccio Sciolas wunderbaren Klangsteingarten. Große, kleine, eckige, ovale, runde, segelförmige Gesteinsriesen ragen hier aus dem Boden. Dazwischen sorgen üppige Orangebäume für pure Idylle. Die Skulpturen sind alleine durch ihre Erscheinung Kunstwerke für sich. 

Was macht Klangsteine so besonders?

Das Besondere an den präparierten Felsen, neben ihrer schön anzusehenden Silhouette, ist, dass diese der Klangerzeugung dienen. Die Tonerzeugung von Steinen ist Pinuccio Sciola zuzuschreiben, der sich vor 20 Jahren das Ziel setzte, den Klang des Universums hörbar zu machen. Bei einer Führung durch den Skulpturengarten dürfen Besucher den Kopf an den Stein legen und selbst versuchen Schwingungen zu erzeugen. Mehr als 320 Exemplare, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten, beherbergt der Skulpturengarten.  

Woraus sind die „Pietre Sonore“ und wie werden sie gespielt?

Aus unbearbeiteten Rohlingen aus Kalkstein oder Basalt fertigte der Künstler unermüdlich seine magischen Instrumente. Wichtig war, dass diese, vulkanischen Ursprungs sind. Je nach Tiefe der Einkerbung und der Abstände zwischen den Lamellen war der Ton entsprechend höher oder tiefer. So gelang es ihm dieser leblosen Materie Leben einzuhauchen und eine Stimme zu verleihen. Durch Bewegungen mit der Hand oder einem kleinen Stein wird die Materie in Schwingung versetzt wodurch unterschiedliche Töne erklingen. 

Pinuccio Sciola war es also, der den sogenannten Muralismo in Sardinien ins Leben rief. Beim Rückweg zum Parkplatz lohnt es sich einen anderen Weg zu wählen. So haben Sie die Möglichkeit noch nicht gesehene Wandmalereien und Plastiken zu entdecken. Nur allzu schnell weiß man nicht mehr ob es sich bei einem Bild um Realität oder eine kunstvolle Illusion handelt. Die Bilder erzählen von der Geschichte und Kultur Sardiniens, die bekanntlich nicht immer reibungslos verlief.

Wandbemalung in San Sperate

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